Trinkgeld

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Viele Urlauber und Anleger freuen sich über die erstaunlich niedrigen Preise, so kostet ein thail. Mittagessen in einem Strassenrestaurant nur z.B. 30 Baht = 0.60 Euro / 1 Fr.

Die Löhne von einfachen Arbeiter /Angestellter liegen sehr niedrig, eine Einzelhandelsverkäuferin (z.B. 7-Eleven) verdient nur 180 Baht am Tag, ein Bauarbeiter 200 Baht oder eine Restaurant Bedienung nur 5.000 Baht monatlich. (Die Unterschiede sind riesig: ein thail. Geschäftsmann in Bangkok verdient ohne weiteres 200.000 Baht / Monat oder mehr.)

Die Preise für Immobilien oder eine Hausmiete sind selbst in den touristisch erschlossenen Gebieten und bei westlichem Standards erfreulich günstig.

Wer nun daran gewohnt ist, grundsätzlich nur dass zu bezahlen was berechtigterweise gefordert wurde - und wer die Verhältnisse vor Ort nicht kennt - wird annehmen, dass seine Welt vollkommen in Ordnung ist, wenn er "seine Rechnungen" bezahlt hat. Andere Ansprüche lehnt er "selbstverständlich" ab, da diese ja nicht vereinbart wurden.

Achtung:

Da die Löhne extrem niedrig sind, sind fast alle Thailänder mit denen ein Urlauber oder ein Europäer zu tun hat, auf Trinkgelder und Nebenverdienste angewiesen. (Mit einem Mitglied aus den oberen gesellschaftlichen Schichten hat ein Urlauber i.d.R. keinen Kontakt.) 

Wir beobachteten dass europäische Urlauber z.B. einen vereinbarten Taxipreis nach Ankunft nicht bezahlen wollten (bzw. "Nachverhandeln") oder doppelt bestätigte und nachfolgend vertraglich vereinbarte Nebenkosten in einer angemieteten Luxusvilla ein Grund waren um einen Streit mit dem Vermieter zu riskieren, im Versuch billiger wegzukommen.

Auch in einem freundschaftlichen Verhältnis mit Thailändern ist doch zu bedenken, dass manche Leistungen nicht nur Zeit sondern auch Geld gekostet hatten. Da Thailänder von Natur aus meist sehr freundlich sind kann es in einem freundschaftlichen Verhältnis sein, dass keine Auflisten von Aufwand und Kosten erfolgt ("Rechnungsstellung").

Erwartet ist jedoch eine freundliche Gegenreaktion in angemessener Form (cash). Wenn nun der Europäer erst gar nicht den Aufwand, Leistung und ggf. die Kosten erahnt die unternommen wurden kann er u.U. schnell feststellen, das der anfänglich sehr freundlich Service  in seiner Umgebung nachlässt, nicht mehr verfűgbar ist bzw. irgendwie kompliziert goworden ist oder sich die Wege zu einen thail. Bekannten verändern können.

Ggf. schlägt man ein Trinkgeld aus (da viel zu wenig)  oder es kann eine Gegenreaktion erfolgen, indem versucht wird das "unrechtmässig vorenthaltene" Geld auf andere Weise zu bekommen. Das wiederum betrachtet ein Europäer in der Regel als "Betrug & Beschiss", ohne über den Grund einer Veränderung nachzudenken.

So sehen sich beide Seiten betrogen, sowohl der Europäer als auch der Thailänder. Der Europäer befindet sich jedoch in Thailand und wird von nun an als "geizig" benannt oder mit einem "schwarzem Herzen". Der Europäer betrachtet zunehmend, dass hier alle nur "auf sein Geld aus sind".

- Andererseits: viele kleine und grosse "Abzocker" gibt es , und das selbst in der Politik. Es ist bestimmt nicht einfach die Unterscheide zwischen "Weiss" und "Schwarz" zu erkennen, zudem in einer unbekannten Kultur in der man als Ausländer auf Hilfe angewiesen ist.

Wir leben als Ausländer in einem fremden Land unter und mit Thailänder und bitten unsere Landsleute, mit Anstand, Respekt und Würde Preise zu verhandeln - stets VOR Inanspruchnahme einer Dienstleistung. Ein ausgehandelter Preis übriges ist nur für eine kurze Zeit gültig. Wer z.B. einen Baupreis aushandelt, und nach z.B. 3 Monaten darauf zurückgreifen möchte kann sich u.U. sehr wundern.

Preise in Warenhäusern und in Geschäften sind übrigens nicht verhandelbar. Andere Preise auch nicht, was vorsichtig auszuloten ist. Die Blamage die man sich zufügt wenn man einen "zu hohen Preis" beanstandet, kann man sich (und den Landsleuten) besser ersparen.

Thailänder generell und im Besonderen der oberen gesellschaftlichen Schichten werden sich NIEMALS blamieren. An so manchem in Thailand ist für Europäer einiges zu lernen.

 

Trinkgeld:

Zuwenig ist nicht gut und zuviel auch nicht.

Zum Beispiel:

Hotelpage bringt das Gepäck aufs Zimmer: 20 Baht

Taxi - guter Service, kurze Fahrt: 20 Baht

Taxi - guter Service, lange Fahrt: 10 %

Taxi - normal, wenig oder kein Trinkgeld

An der Tankstelle werden die Scheiben gewaschen: 10 Baht - 20 Baht

Trinkgeld in einem einfachem Restaurant: 20 Baht - max. 50 Baht

Trinkgeld in einen besserem Restaurant: 50 Baht - 100 Baht

Persönliches Trinkgeld, dass nur für eine bestimmte Person sein soll: diskret & direkt in die Hand geben.

Taxifahrer hatte 1 Stunde lang gewartet: mind. 100 Baht

Ein Anwalt, (Beamter oder Polizist ausserhalb seiner dienstlichen Aufgaben), ein Direktor oder auch ein Makler hat geholfen, sehr zur Zufriedenheit: 2.000 Baht - 5.000 Baht (weniger ist  blamierend - peinlich für beide Seiten). Grössere Problemlösungen können ein andere Ewartungshaltung mit sich bringen (nichts ist gratis..)

 

"Kleine Gaben erhalten die Freundschaft"