Der
Farang, Ausgabe Oktober 2005
Der
Suvarnabhumi-Flugplatz wird frühestens im Sommer nächsten Jahres
eröffnet
Erste Landung
geglückt
Am 29. September ist Ministerpräsident
Thaksin Shinawatra und seine Entourage um 9.19 Uhr erstmals auf dem
neuen Bangkoker Flughafen gelandet. Die wirkliche Betriebsaufnahme
des Suvarnabhumi Flughafens erfolgt verspätet. Der vom Deutschen
Stararchitekten Helmuth Jahn entworfene Flughafen ist ein Ding der
Superlative. Die Terminal Fläche allein umfasst 500000 Quadratmeter.
Die Reisezeit nach Pattaya wird sich nach der Eröffnung erheblich
vermindern.
Der Ministerpräsident hat Wort gehalten. Am
29. September landete ein Airbus 340-600 mit Thaksin Shinawatra und
seiner Entourage auf dem neuen Bangkoker Flugplatz. Wenige Minuten
später setzte eine Boeing 747-400 mit Vertretern der Medien und
weiteren Gästen auf der östlichen Landebahn auf. Planmässig konnte
der Premierminister die inoffizielle Einweihung des Suvarnabhumi
International Airports verkünden. Die Thais haben mit dieser Geste
ihr Gesicht gewahrt, doch fertig ist der Fluglatz nicht. Die
Arbeiten liegen weit hinter dem Zeitplan, und nicht die Regierung,
sondern die Internationale Zivile Luftfahrtbehörde ICAO wird den
Airport nach monatelangen Tests für den Linienverkehr freigeben.
|
Die Landebahnen des
neuen Flughafens aus der Vogel-Perspektive. Happy Landing.
|
Verspätete Eröffnung
Ursprünglich sollten die ersten
Verkehrsflugzeuge am 29. September landen und starten. Inzwischen
ist der offizielle Einweihungstermin mehrfach verschoben worden. Die
Airports of Thailand Authority rechnet mit der Inbetriebnahme nicht
vor Mitte kommenden Jahres, irgendwann zwischen Juni und Oktober.
Der Suvarnabhumi-Airport ist auf einem 32
Quadratkilometer grossen Gelände im Distrikt Bang Phli der Provinz
Samut Prakan entstanden.
Er ist 25 Kilometer vom Zentrum Bangkoks und
nur eineinhalb Autostunden von Pattaya entfernt. Die
Investitionskosten werden auf rund 155 Milliarden Baht geschätzt.
Der Airport wurde auf erst einmal jährlich 45 Millionen Passagiere
ausgelegt, kann aber jederzeit grosszügig erweitert werden. Schon
für 2010 werden im Jahr 58 Millionen Fluggäste prognostiziert
gegenüber heute 36,5 Millionen.
|
Das Flugzeug mit dem
Ministerpräsidenten ist sicher gelandet. Thailand ist mit dem
neuen Flughafen international bald noch besser positioniert.
|
Bei der Eröffnung stehen den Flugzeugen zwei
parallel verlaufende Start- und Landebahnen von 3.700 bzw. 4.000
Metern Länge zur Verfügung, zwei weitere Landebahnen werden in den
nächsten Jahren folgen. Schon jetzt gilt für weitere 4.000 Rai ein
Bauverbot für höhere Gebäude, weil dort in etwa 15 Jahren eine
fünfte Landebahn errichtet werden soll.
|
Modell des
Suvarnabhumi-Airports. Der Passagier-Terminal weist 120
Pass-Kontrollschalter und 460 Check-in-Schalter auf und besteht
hauptsächlich aus Glas und Stahl. |
Was wird aus Don
Muang?
Noch schwammig ist die Zukunft des jetzigen
Bangkoker Flugplatzes. Don Muang, so war bislang geplant, sollte den
Charterflugverkehr und die Billig-Airlines wie Air Asia, One-Two-Go
und Nok Air aufnehmen. Vertreter renommierter Fluggesellschaften
sehen die Billig-Airlines im Vorteil, weil Don Muang fast in der
Bangkoker Innenstadt liegt, der Suvarnabhumi aber weit vor den Toren
der Stadt.
Seine Eröffnung kann auch erhebliche
Auswirkungen auf den Pattaya-Flugplatz U-Tapao haben. Dort landen
seit Jahren Linien- und Chartermaschinen vornehmlich mit Touristen
aus Russland sowie skandinavischen und asiatischen Ländern. U-Tapao
hat zwar den Status International Airport, ähnelt aber eher einem
kleinen Provinzflugplatz. Entsprechend schlecht ist seine
Infrastruktur. Da der Suvarnabhumi mit seiner modernen Technik und
einer breiten Palette von Geschäften, Restaurants und weiteren
Einrichtungen für Passagiere in knapp eineinhalb Autostunden
erreichbar sein wird, gegenüber rund 45 Minuten zum Flugplatz
U-Tapao, könnten Reiseveranstalter und Fluggesellschaften den neuen
Airport favorisieren.
|
Die Lufthansatochter LSG
Sky Chef ist auch da. |
20000 Essen am Tag
Einer der Investoren ist dort die Lufthansa.
Ihre Catering-Tochter LSG Sky Chefs will in einem neuen
Küchen-Gebäude auf 10.500 qm täglich 20.000 portionierte Essen
herstellen. Derzeit sind es auf Don Muang nur 9.000.
|
Die vielen Schalter
sollten die Wartezeiten reduzieren. |
Die LSG Sky Chef versorgt in Bangkok jeden
Tag 30 Maschinen von 19 Fluggesellschaften mit Bordverpflegung. Das
Unternehmen hat einen Marktanteil von knapp 15 Prozent,
bedeutendster Lieferant ist mit 80 Prozent das Catering-Unternehmen
der Thai International Airlines (THAI), weitere Speisen kommen von
Gate Gourmet. LSG Sky Chefs Mitbewerber werden am Suvarnabhumi
Airport die staatliche THAI (70.000 qm Küche) und die private
Bangkok Airways (21.000 qm) sein.
Die Lufthansa-Tochter mit rund 32.000
Mitarbeitern ist der weltweit grösste Airline-Caterer und beliefert
rund 270 internationale Fluggesellschaften mit Bordverpflegung.
|
Lageplan des neuen
Internationalen Flugplatzes. |
Der eindrucksvolle Tower. |
|